Das Tägliche ritual

Service in "weißen Handschuhen"

Auf einem Foto aus den fünfziger Jahren sieht man einen Herrn, der an einem Tischchen unter den Arkaden neben dem Eingang zum Caffè Fiorio sitzt. Er trägt einen dunklen Anzug und Hut und liest ungestört die Zeitung. Wir wissen nicht, welche Nachrichten sie brachte, noch, ob der Gast dadurch erheitert oder betrübt wurde. Wir wissen aber, dass seit über zwei Jahrhunderten an den Tischen des Fiorio immer wieder Menschen sitzen, die nicht nur einen Kaffee trinken oder ein Eis genießen, sondern dabei auch Gazetten, Tageszeitungen, Wochen- oder Monatszeitschriften lesen. Durch diese Langlebigkeit von weit über einem Jahrhundert gehört das Fiorio rechtmäßig zur Elite der italienischen Cafés aus dem 18. Jahrhundert, zusammen mit dem Florian in Venedig, dem Greco in Rom und wenigen anderen. Ein seltenes, inspirierendes Privileg, denn der Name und die Tradition bedeuten gleichzeitig Ehre und Verpflichtung.

Noch heute zieht das Caffè Fiorio um acht Uhr morgens die Rollläden hoch wie Augenlider beim Erwachen. Die Luft ist prickelnd und die ersten, noch schläfrigen Gäste bestellen einen Kaffee, um den Tag anzugehen. Kellner und Stammkunden tauschen ein paar Sätze aus oder kommentieren die ersten Nachrichten des Tages. Mit diesem Moment nimmt das Caffè Fiorio seinen Platz im städtischen Leben ein, schlüpft in seine seit jeher bestehende Rolle und erneuert ein mehrhundertjähriges Alltagsritual. Wenn der Schatten der ersten Gäste schon fern ist, kommt die Stunde der anderen, weniger eiligen Gäste, die Zeit haben, die Stille der Räume zu genießen: Sie lesen die Zeitungen, unterhalten sich gemütlich, genießen das Frühstück in aller Ruhe. Im Laufe des Vormittags fehlen auch die Schüler nicht, die die Schule schwänzen, Studenten, die verborgen im letzten Raum Aufzeichnungen übertragen und lernen, jugendliche Pärchen, die sich Liebesworte zuflüstern. Zwei Tische weiter liest ein Rentner ruhig die Zeitung und wartet auf einen verspäteten Bekannten, um die Neuigkeiten zu kommentieren.

Daneben eine Gruppe von Angestellten, die in ihrer Pause einen Kaffee trinken und von der Arbeit sprechen, eine Mutter, die ihrem kleinen Sohn hilft, ein Eis zu essen.

Zum Mittagessen füllt sich das Café mit Gästen, die das Buffet umringen, sich nach Lust und Laune bedienen und sich dann an den Tischen niederlassen. Das Stimmengewirr der Gespräche mischt sich mit dem Klirren des Bestecks. In der trägen Nachmittagsruhe treten die Freundinnen der Teestunde über die Türschwelle, die mit poetischer Anmut – man fühlt sich an den Dichter Guido Gozzano erinnert – das Leben der anderen kommentieren. Sie erzählen von Schwiegertöchtern und Bekannten, Enkeln und Nachbarn, bis sie sich von den häuslichen Pflichten gerufen fühlen. Und schon ist es Zeit für den Aperitif: Freunde oder eben aus dem Büro kommende Angestellte drängen sich gruppenweise in den Räumen des Cafés. Wieder das Stimmengewirr, das Klirren der Gläser. Die Abendessenzeit ist eine ruhige Stunde, dann belebt sich der Abend mit Unterhaltungen. In allen Räumen des Cafés herrscht ein ausgeglichenes Klima.

Für ein paar Stunden scheint man die goldene Zeit der Kaffeehäuser mit ihrem Prunk wiederzuerleben, in der die Menschen mindestens zweimal am Tag ins Café gingen: am Nachmittag und nach dem Abendessen. Und so geht es weiter bis spät in die Nacht, wenn die Rollläden des Fiorio sich wieder senken und die letzten Gäste ein plötzliches leichtes Gefühl der Leere verspüren.

Fiorio bietet seine Zimmer und seine Dienstleistungen für jede Veranstaltung

Adresse
Via Po, 8 Torino 10121
Telefon
+39 011 817 3225
Email
info@caffefiorio.it
Web
http://www.caffefiorio.it

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